Schöne übersetzung Bilder:
Der Himmel über Nürnberg

Bild von die.tine
lebkoung
deä vollmond ibä
nämberch is aa blouß
ä lebkoung
Fitzgerald Kusz
Übersetzung:
Der Vollmond über
Nürnberg ist auch bloss
ein Lebkuchen
Berth 63 / Kajplads 63 / Liegeplatz 63

Bild von it’s Comrade Foot!
Sejlet agterud
Left behind (not a good translation)
Links hinter (keine gute Übersetzung)
Gate gate pāragate

Bild von h.koppdelaney
gate gate pāragate pārasaṃgate bodhi svāhā
(From Heart Sutra – Buddhism)
HKD
Auf der anderen Seite…
Der asiatische Mönch zog ein Buch aus seiner Tasche und legte es auf den Sitzplatz neben sich. Der Zug rollte an, ich winkte meinem Bruder, der mich zum Bahnhof gebracht hatte, dann fiel mein Blick auf den englischen Buchtitel, den ich mir mit „Weisheit der Einheit durch Traum-Yoga“ übersetzte.
Ich habe mich immer gefragt, was das mit der Einheit auf sich habe und wie es überhaupt möglich sein könnte, das zu erfahren, was alle Mystiker beschreiben: Die Einheit mit dem Höchsten, mit Buddha oder mit Gott.
Mein Blick ging wieder hinüber zum Fenster und streifte das Gesicht des Mönches und ich registrierte, wie er kurz die Augenbrauen verzog und einen forschenden Blick aufsetzte.
Vielleicht betrachtete er mich gerade als eine trügerische Erscheinung, doch natürlich interpretierte ich das in seine Mimik hinein. Außerdem entspannte sie sich sofort wieder in das freundliche Lächeln, das er schon beim Betreten des Abteils zeigte.
In östlichen Büchern der Weisheit, wie beispielsweise den buddhistischen Sutras kommt es zu präzisen Aussagen über das „Sein“ und „Nicht-Sein“ in der "Einheit" und ich erinnerte mich gerade an: gate gate pāragate pārasaṃgate bodhi svāhā.
Das Herz-Sutra, das in der wortnahen Übersetzung heißt: „gegangen, gegangen, ans andere Ufer gegangen, gänzlich hinüber gegangen, Erwachen, aaah!“ ist das Kernstück einer umfassenden Literatur, die um die vollkommene Weisheit kreist. Der Wandel des individuellen Selbst zum universalen Selbst wird beschrieben, vom „Sein“ zum „Nicht-Sein“, wobei der Geist erkennt, dass er träumt und nun den Traum in der alles umfassenden Schau auflöst. Was bleibt ist der von allen Aktivitäten befreite, zeitlose oder ewige „Buddha-Geist“.
Um das besser nachvollziehen zu können, helfe ich mir gelegentlich mit einer Analogie:
Wenn ich träume entspringt das Erleben der „gesehenen“ Objekte einer einzigen Quelle: Dem träumenden Geist. In diesen einen Geist, ins „Nichts“ verschwinden alle Erscheinungen, Gefühle, Objekte, die ganze Traumwelt.
Aus eigener Erfahrung beim Aufwachen erkenne ich, wie die Wahrnehmung der Traumwelt der Wahrnehmung einer anderen Wirklichkeit weicht.
Der Geist nimmt wahr, Welt A und Welt B und noch viele andere Welten mehr. Der in mir wirkende Geist ist das Eine, denn alle Objekte entspringen ihm.
Wiederum übertragen auf den Alltag: Das Göttliche (der Geist) in mir ist identisch mit dem Göttlichen in dir. Alle Erscheinungen sind Ausdruck des Höchsten, alles entspringt der einen Quelle, die wie im Konzept des Urknalls beschrieben, die Ursache für alles Leben ist.
Vor dem Urknall steht die Zeit still. Genauer, es gibt sie gar nicht.
Ich fragte mich, ob sich der Mönch mit diesen Dingen beschäftigt, wenn er sich mithilfe des Traum-Yoga die Einheit erfahrbar machen möchte.
Ich überließ mich meiner Neugierde und fragte auf Englisch, wie lange er sich bereits mit Traum-Yoga beschäftige und was es für ihn bezwecke.
Er wartete einen Augenblick und erklärte mir dann, dass man mit den Methoden des Traum-Yoga anstrebt, den Energiekörper zu erwecken und lernt, ihn zu benutzen.
„Das gehört zu den wichtigsten Aspekten in der spirituellen Praxis der höheren Tantras. Man arbeitet mit der Energie, um sich selbst zu entwickeln, um mehr im subtilen Bereich der Energie zu existieren als auf der gewöhnlichen, groben Ebene.“
„Interessant“, sagte ich und der Mönch fuhr fort:
„Intuition, Visionen, Ahnungen, Eingebungen, all das kommt aus dem jenseitigen Bereich.“ Er hielt einen Augenblick inne, als warte er auf eine Eingebung, dann fragte er: „Darf ich Ihnen das Buch geben?“
Ich nickte: „Gerne.“
Er reichte mir das Buch und bat mich, die zweite Seite aufzuschlagen. Dort las ich mit großer Überraschung unter einer Zeile aus Sanskritsilben:
gate gate pāragate pārasaṃgate bodhi svāhā.
HKD
Digital art based on own photography and textures
HKD